Hochschule Bochum Internationales Geothermiezentrum

Internationales Geothermiezentrum

Das Internationale Geothermiezentrum ist eine Verbundforschungseinrichtung der Wissenschaft und der Wirtschaft unter enger Einbeziehung von Verwaltung und Politik. Mit dieser breiten Verankerung dient es der Öffentlichkeit als Kompetenzzentrum und Ansprechpartner in allen Fragen der Nutzung und Gewinnung von Erdwärme.

Das International Geothermal Centre (GZB) ist eine im Jahr 2003 gegründete wissenschaftliche Einrichtung des FB Bauingenieurwesen der HS Bochum. Es zählt zu den führenden Bildungs- und Forschungseinrichtungen für die Erkundung, Gewinnung und Nutzung von Erdwärme in Europa.
Das GZB ist als eine Verbundforschungseinrichtung der Wissenschaft und der Wirtschaft angelegt. Ausgehend von einem wissenschaftlichen Institut der Hochschule Bochum hat es sich seit seiner Gründung im Jahr 2003 stetig weiterentwickelt. Dem GZB angebunden ist eine gemeinnützigen wissenschaftliche Vereinigung (e.V.) von 10 Universitäten und Fachhochschulen. Neben dem wissenschaftlichen Netzwerk ist am GZB die Wirtschaftsvereinigung Geothermie e.V. angesiedelt. Die rund 20 Unternehmen aus der Geothermiebranche sind forschungsstrukturell und projektspezifisch eng in das GZB eingebunden, um die Interessen der Unternehmen mit der Anwendungsforschung zu verzahnen. Die 2-gliedrige Organisationsstruktur aus Wissenschaft und Wirtschaft gewährleistet eine schnelle Überführung von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte und einen hohen Anwendungsbezug der wissenschaftlichen Arbeiten.
Das GZB ist in verschiedene europäische Forschungsverbünde integriert. Die wichtigsten sind EERA (European Energy Research Alliance) und GESEP (German Scientific Earth Probing Consortium). Der Weltverband Geothermie (IGA - International Geothermal Association) hat 2011 seine Geschäftsstelle vom isländischen Reykjavik nach Bochum an das GZB verlegt. Die IGA vertritt aktuell über 5.000 Mitglieder aus mehr als 65 Ländern und unterstützt die internationale Vernetzung des GZB auf dem F&E-Sektor.
Der Anwendungsbereich der am GZB erforschten Technologien reicht von 2°C bis 200°C Gesteins- und Thermalwassertemperatur für die Erzeugung von Wärme, Kälte und Strom. Typische Nutzungen sind Wärmepumpen, Thermal- und Heilbäder, landwirtschaftliche Produktion (Großgewächshäuser) und Fischzucht, Meerwasserentsalzung, Kältemaschinen für die Industrie und zur Gebäudeklimatisierung, kommunale Nah- und Fernwärmesysteme sowie Kraftwerke von 2 bis 200 MW Leistung. Auf dem GeothermieCampus arbeiten gegenwärtig ca. 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Tendenz steigend. Zuletzt kam die Graduiertenschule AGES (Applied Research on Geothermal Energy Systems) für die Doktorandenausbildung als Kooperationsprojekt der Ruhr-Universität und der Hochschule Bochum mit z.Z. 11 DoktorandInnen hinzu.
Das GZB verfügt über eine der größten Forschungsinfrastrukturen für die Geothermie weltweit. Hierzu gehören Labore für Bohrtechnologie, für Reservoir-, Geo- und Energietechnik, Einrichtungen zur Technologie-Demonstration und zur Umweltüberwachung sowie das ca. 50 km2 große bergrechtliche Erlaubnisfeld „Zukunftsenergie“. Damit bietet das GZB ein erstklassiges F&E-Umfeld, das Wissenschaftler/innen aus aller Welt anzieht (z.B. Indien, Frankreich, Schweden, Italien, Spanien, Chile, Griechenland, Neuseeland, Türkei, Polen, El Salvador, Irak).
Die Forschungsarbeiten des International Geothermal Centre (GZB) gliedern sich in die Themenfelder Infrastructure & Applications, Advanced Drilling Technologies und Reservoir Engineering & Rock Physics. Die wissenschaftliche Leitung für die beiden erstgenannten Themenfelder liegt bei Prof. Bracke, für das letztgenannte bei Prof. Saenger, der zum Wintersemester 2014/15 auf die gleichnamige, mit Mittel der Stadtwerke Bochum eingerichtete Stiftungsprofessur berufen wurde.

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